Wodurch zeichnen sich Blindenergie und Wirkleistung in der Photovoltaik aus?

Elektrische Energie ist ein grundlegendes und unverzichtbares Element für das reibungslose Funktionieren eines Haushalts oder Unternehmens. Nutzer von Photovoltaikanlagen stoßen häufig auf zahlreiche Gebühren auf ihrer Rechnung – darunter auch Blindenergie. Um die Sicherheit und Qualität der eigenen Anlage zu gewährleisten, ist es wichtig zu verstehen, woher diese Gebühren stammen und was sie bedeuten.

Was ist Blindenergie?

Blindenergie ist für den ordnungsgemäßen Betrieb von Geräten erforderlich, die mit Wechselstrom arbeiten, wie beispielsweise Transformatoren. Ihre Einheit ist Var. Sie unterteilt sich in kapazitive Blindenergie (entsteht bei der Nutzung von Kondensatoren) und induktive Blindenergie, die in Industrieanlagen am häufigsten vorkommt. Im Gegensatz zur Wirkleistung wird Blindenergie nicht in Wärme umgewandelt oder verbraucht, sondern zirkuliert zwischen dem Stromnetz und den Verbrauchern. Die Nutzung von Blindenergie ist mit einem bestimmten Grenzwert verbunden, dessen Überschreitung zu zusätzlichen Gebühren führt. Mitunter kann die Strafe für einen zu hohen Leistungsfaktor mehrere zehn Prozent der monatlichen Rechnung ausmachen.

Was ist Wirkleistung?

Die Wirkleistung, auch als Nutzleistung bezeichnet, ist der Strom, der für den Betrieb von Elektrogeräten benötigt wird – sie wird in mechanische Energie und Wärme umgewandelt und in Watt [W] gemessen. Bei Photovoltaikanlagen entspricht die Wirkleistung der von der Anlage erzeugten Leistung. Die Stromkosten setzen sich im Wesentlichen aus dem Verbrauch der Wirkleistung im Haushalt oder Unternehmen zusammen.

Neben dem Grundpreis für den Strom finden sich auf der Rechnung häufig weitere Gebühren, darunter die Qualitätsgebühr für stabile Energieparameter, der variable Netzgebührbestandteil und die EEG-Umlage. Hinzu kommen der feste Netzgebührbestandteil für die Stromverteilung sowie die sogenannte Übergangsgebühr.

Blindenergie in der Photovoltaik

Blindenergie wird am häufigsten in großen Unternehmen, Bürogebäuden oder landwirtschaftlichen Betrieben angetroffen. Inzwischen spielt sie aber auch bei vielen Privatnutzern von Photovoltaikanlagen eine Rolle. Die hauptsächlichen Quellen der Blindleistung sind Kondensatoren in Solarwechselrichtern, die Kapazität der AC-Verkabelung sowie der Leerlaufstrom von Transformatoren.

Um die Stromrechnung zu minimieren und die Menge der induktiven Blindleistung aus dem Stromnetz zu reduzieren, empfiehlt sich die Kompensation der Blindenergie. Hierbei wird eine bestimmte Menge an kapazitiver oder induktiver Blindleistung ins Netz eingespeist. Bei induktiver Blindleistung erfolgt die Kompensation mithilfe von Kondensatoren, bei kapazitiver Blindleistung mit Drosseln. Die Steuerung beider Mechanismen übernimmt ein Blindleistungsregler.